Einmal täglich – und konsequent: Wie Einnahmefrequenz und Therapietreue die Schlaganfallprophylaxe mitentscheiden

Veröffentlicht am: 27.04.2026 | Lesezeit ca. 5 min

Eine wirksame Therapie schützt umso besser, je konsequenter sie eingenommen wird. Bei der oralen Antikoagulation ist Therapietreue daher ein zentraler Faktor für den Erfolg der Schlaganfallprophylaxe – und ein einfaches Dosierungsschema kann genau dabei helfen. Was die Daten dazu zeigen, lesen Sie hier.

Das Bild ist im Pop-Art-Stil gehalten und zeigt mehrere schwarz-weiß gerasterte Hände vor einem hellen, karierten Hintergrund. Die Hände halten oder berühren verschiedene Medikamente, darunter Kapseln, Tabletten und einen Blister.


Therapietreue: der unterschätzte Faktor in der Schlaganfallprävention

Vorhofflimmern gehört zu den bedeutsamsten modifizierbaren Risikofaktoren für ischämische Schlaganfälle – unbehandelt steigt das Schlaganfallrisiko um das Fünffache.1 Orale Antikoagulation schützt. Doch dieser Schutz greift nur, wenn Patient:innen ihre Therapie tatsächlich konsequent einhalten. Verordnung allein genügt nicht.

Wie klinisch folgenreich mangelnde Therapietreue sein kann, belegen Versorgungsdaten aus Deutschland. In einer retrospektiven Analyse mit über 21.000 Patient:innen mit Vorhofflimmern war unzureichende DOAC-Therapietreue signifikant mit einem erhöhten Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse assoziiert, darunter Schlaganfall, akuter Myokardinfarkt und Tod.2 Mangelnde Therapietreue ist damit kein Randproblem der Versorgungsrealität, sondern ein eigenständiger klinischer Risikofaktor.

Weniger Einnahmen, mehr Konsequenz: der Einfluss der Dosierungsfrequenz

Mehrere Faktoren beeinflussen, ob Patient:innen ihre Medikation langfristig einnehmen. Einer davon lässt sich direkt beeinflussen: die Einnahmefrequenz. Die bereits genannte Analyse verdeutlicht das Ausmaß. So lag die Therapietreue bei einmal täglicher DOAC-Einnahme mit 65,3 % signifikant höher als bei einer Zweimalgabe mit 49,6 % (p < 0,05) – rund 15 Prozentpunkte Unterschied.2

Dieses Muster ist kein Einzelbefund der Antikoagulation. Auch übergreifende Analysen zur Vereinfachung von Therapieschemata in der kardiovaskulären Langzeitmedizin zeigen konsistent: Je weniger Tabletten täglich eingenommen werden müssen, desto besser die Therapietreue.3 Gerade für ältere Patient:innen mit Vorhofflimmern, die häufig multimorbide und entsprechend polypharmazeutisch behandelt sind, ist dieses Prinzip besonders praxisrelevant.

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Literatur:

  1. Hindricks G et al. Eur Heart J. 2021;42(5):373–498.
  2. Patti G et al. Cardiol Ther. 2023;12:371–91.
  3. Ingersoll KS, Cohen J. J Gen Intern Med. 2008;23(12):1943–50.

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