Teil des Therapiestandards: die frühe orale LDL-C-Senkung bei hohem kardiovaskulärem Risiko

Veröffentlicht am: 12.06.2026 | Lesezeit ca. 5 min

Trotz oraler Basistherapie erreichen viele Hochrisikopatient:innen ihre LDL-C-Zielwerte nicht und haben weiterhin ein hohes Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse. Die frühe orale LDL-C-Senkung wird in den aktuellen Leitlinien als Teil des Therapiestandards* verankert, gestützt durch Daten aus kardiovaskulären Endpunkstudien.

Das Bild zeigt eine medizinische Illustration auf hellem Hintergrund. In der Mitte ist ein Klemmbrett mit einem Rezeptformular zu sehen, daneben ein Stethoskop, ein Herz mit EKG-Linie und mehrere Dokumente mit den Abkürzungen BP, BMI und HR.


LDL-C-Senkung: belegter Nutzen, häufig verfehlte Zielwerte

LDL-Cholesterin (LDL-C) ist ein kausaler Treiber atherosklerotischer Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Je niedriger das LDL-C, desto geringer das Risiko für kardiovaskuläre Erst- und Folgeereignisse. Dieser Zusammenhang ist durch zahlreiche Endpunktstudien gut belegt.1,2 Im Praxisalltag erreichen jedoch viele Hochrisikopatient:innen ihre LDL-C-Zielwerte nicht. Bei sehr hohem Risiko gelingt das nur etwa jeder zehnten Person.2,3 Damit bleibt ein großer Teil des möglichen kardiovaskulären Schutzes ungenutzt.

Frühe orale Kombinationstherapie in den Leitlinien verankert

Die ESC/EAS-Leitlinien verankern die konsequente LDL-C-Senkung als therapeutischen Standard und betonen die Rolle der Kombinationstherapie zur Zielwerterreichung.4 So soll beim akuten Koronarsyndrom die lipidsenkende Therapie bereits während des stationären Aufenthalts intensiviert werden (Empfehlungsklasse I, Evidenzgrad C**).5 Der Berufsverband Interventioneller Kardiolog:innen fasst dieses Vorgehen unter dem Leitgedanken „strike early, strike strong“ zusammen.6 Tragend für diesen Standard sind die Belege aus kardiovaskulären Endpunktstudien.

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Literatur:

  1. Ference BA et al. Eur Heart J. 2017; 38:2459–2472.
  2. Mach F et al. Eur Heart J. 2020; 41:111–188.
  3. Brandts J. Aktuelle Kardiologie. 2024; 13:271–276.
  4. Mach F et al. Eur Heart J. 2025; 46:4359–4378.
  5. Laufs U et al. Deutsche Gesellschaft für Kardiologie. Dyslipidämien – Focused Update der 2019 Leitlinien für das Management von Dyslipidämien, Version 2025. Online unter: https://herzmedizin.de/fuer-aerzte-und-fachpersonal/dgk/leitlinien (letzter Aufruf: Juni 2026).
  6. Berufsverband Interventioneller Kardiologen. Integratives Plaquemanagement – Optimierung des Lipidmanagements. Therapieempfehlung 2025. Online unter: https://www.bikardio.de (letzter Aufruf: Juni 2026).

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