Schlaganfallprävention im Fokus: Warum der 10. Mai zum Handeln aufruft

Veröffentlicht am: 07.05.2025

Am 10. Mai findet der nationale „Tag gegen den Schlaganfall“ statt – eine Initiative, die der Aufklärung über Ursachen, Folgen und insbesondere über präventive Maßnahmen zerebrovaskulärer Ereignisse gewidmet ist. Gerade für Ärzt:innen in der hausärztlichen und kardiologischen Versorgung bietet der Aktionstag eine wertvolle Gelegenheit, die Risikoeinschätzung und das Management insbesondere bei vulnerablen Patientengruppen kritisch zu hinterfragen, bestehende Strategien zu überprüfen und evidenzbasierte Maßnahmen gezielt umzusetzen. Eine zentrale Rolle spielt dabei die Prävention von ischämischen Insulten bei Patient:innen mit nicht-valvulärem Vorhofflimmern (nvVHF) mittels oraler Antikoagulation.

Schlaganfall in Deutschland: Hohe Fallzahlen, anhaltende Relevanz

In Deutschland erleiden jährlich etwa 200.000 Menschen erstmalig einen Schlaganfall, hinzu kommen etwa 70.000 Rezidive.1 Nach aktuellen Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) verstarben im Jahr 2022 insgesamt 37.292 Menschen infolge eines Schlaganfalls – mit einer altersstandardisierten Sterberate von 36,9 pro 100.000 Einwohner:innen.2 Die Folgen eines Insults sind dabei nicht nur akut, sondern häufig chronisch: Laut Gesundheitsatlas Deutschland lebten 2022 rund 1,24 Millionen Menschen mit den Langzeitfolgen eines Schlaganfalls.3

Ältere Menschen sind besonders stark betroffen: Über sechs Prozent der über 75-Jährigen leiden an bleibenden funktionellen Einschränkungen als Folge eines zerebrovaskulären Ereignisses.4

Zahlen und Fakten im Bild: 200.000 Erstschlaganfälle pro Jahr, 70.000 erneute Schlaganfälle pro Jahr, 37.292 Todesfälle duch Schlagnafll im Jahr 2022, > 6 % der über 75-Jährigen leben mit Folgeschäden
Abb. 1: Schlaganfälle in Deutschland, Robert-Koch-Institut 1,2

Vorhofflimmern als zerebrovaskulärer Risikofaktor

Ein wesentlicher, häufig unterschätzter Risikofaktor für den ischämischen Schlaganfall ist das Vorhofflimmern. Die arrhythmogene Herzerkrankung betrifft etwa 1,8 Millionen Menschen in Deutschland.5 Die Prävalenz steigt mit zunehmendem Lebensalter signifikant an. Unbehandelt ist Vorhofflimmern mit einem fünffach erhöhten Risiko für einen ischämischen Schlaganfall assoziiert – primär bedingt durch kardioembolische Thrombenbildung im linken Vorhofohr.

Etwa jeder fünfte ischämische Schlaganfall lässt sich auf das Vorliegen von Vorhofflimmern zurückführen.6 Damit ist das nicht-valvuläre Vorhofflimmern (nvVHF) nicht nur ein Risikomarker, sondern ein therapeutisch adressierbares Target der Schlaganfallprävention. Ein konsequentes Screening – etwa durch opportunistische EKG-Diagnostik im hausärztlichen Setting – kann maßgeblich zur Früherkennung beitragen und somit präventive Maßnahmen frühzeitig initiieren.

Vorhofflimmern als Risikofaktor5,6

  • Prävalenz in Deutschland: ca. 1,8 Millionen Betroffene
  • Risikosteigerung für ischämischen Schlaganfall: Faktor 5
  • Anteil VHF-bedingter ischämischer Insulte: ca. 20 %

Orale Antikoagulation: Leitliniengerecht und risikoadaptiert

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Literatur:

  1. Robert Koch-Institut (2015): Gesundheit in Deutschland. Gesundheitsberichterstattung des Bundes. (Deutschland: Gemeinsam getragen von RKI und Destatis): 1-129. Online unter: https://www.rki.de/DE/Themen/Gesundheit-und-Gesellschaft/Gesundheitsberichterstattung/Gesundheit-in-Deutschland/Downloads-2015/gesundheit_in_deutschland_2015.pdf?__blob=publicationFile&v=1 (Letzter Aufruf 04/2025)
  2. Robert Koch-Institut (2024): Gesundheits-Berichterstattung. Schlaganfall: Sterblichkeit. Online unter: https://www.gbe.rki.de/DE/Themen/Gesundheitszustand/KoerperlicheErkrankungen/HerzKreislaufErkrankungen/SchlaganfallSterblichkeit/schlaganfallSterblichkeit_node.html?darstellung=0&kennzahl=1&zeit=2022&geschlecht=0&standardisierung=3 (Letzter Aufruf 04/2025)
  3. Gesundheitsatlas Deutschland (2024): Prävalenzdaten Schlaganfall. Online unter: https://www.gesundheitsatlas-deutschland.de/ (Letzter Aufruf 04/2025)
  4. Robert Koch-Institut (2017): Busch MA, Kuhnert R. 12-Monats-Prävalenz von Schlaganfall oder chronischen Beschwerden infolge eines Schlaganfalls in Deutschland. Online unter: https://edoc.rki.de/handle/176904/2583 (Letzter Aufruf 04/2025)
  5. Deutsche Herzstiftung (2021): Was man über Vorhofflimmern wissen muss. Online unter: https://herzstiftung.de/service-und-aktuelles/presse/pressemitteilungen/weltherztag2021-vorhofflimmern (Letzter Aufruf 04/2025)
  6. Darius H, Sommer S. Herz 2013; 38:229-30
  7. Van Gelder IC et al. Eur Heart J 2024; 45(36):3314-414
  8. Ruff CT et al. Lancet 2014; 383(9921):955-62
  9. Patel MR et al. N Engl J Med 2011. 365:883-91

Bildnachweise: Artikelbild peterschreiber.media/iStock-2166901957

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