Wenn Diabetes das Herz bedroht – Lipidmanagement als Schlüssel zur kardiovaskulären Prävention

Veröffentlicht am: 19.03.2026 | Lesezeit ca. 4 min

Menschen mit Typ-2-Diabetes tragen ein deutlich erhöhtes Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse. Die Senkung des LDL-Cholesterins ist daher ein zentraler Bestandteil der Prävention – dennoch werden die empfohlenen Zielwerte im klinischen Alltag häufig nicht erreicht. Welche Rolle spielen moderne lipidsenkende Strategien bei der Versorgung dieser Hochrisikopatient:innen?

Klemmbrett, Zuckermessgerät und Stethoskop


Diabetes als kardiovaskuläre Risikoerkrankung

Für viele Patient:innen mit Typ-2-Diabetes entscheidet nicht allein die Hyperglykämie über die Prognose, sondern vor allem das kardiovaskuläre Gesamtrisiko. In Deutschland leben mehr als neun Millionen Menschen mit dieser Erkrankung.1 Ihr Risiko für koronare Herzkrankheit (KHK), Schlaganfall oder andere atherosklerotische Ereignisse ist im Vergleich zu normoglykämischen Personen zwei- bis vierfach erhöht.2 So weisen Diabetes-Patient:innen nach 10 Jahren im Schnitt ein vergleichbares kardiovaskuläres Risiko auf wie Patient:innen mit KHK.3 Eine konsequente Kontrolle modifizierbarer Risikofaktoren ist daher ein zentraler Bestandteil der Prävention.

Grafil Hohes kardiovaskuläres Risiko für Diabetiker in Deutschland

LDL-C als therapeutischer Zielparameter

Im Mittelpunkt der kardiovaskulären Risikoreduktion steht die Senkung des Low-Density-Lipoprotein-Cholesterins (LDL-C). Leitlinien empfehlen für Patient:innen mit Diabetes mellitus – abhängig vom individuellen Risikoprofil – LDL-C-Zielwerte von unter 70 mg/dl beziehungsweise unter 55 mg/dl, jeweils kombiniert mit einer Reduktion um mindestens 50 % gegenüber dem Ausgangswert.2 Das ESC/EAS Focused Update der Dyslipidämie-Leitlinie 2025 bestätigt diese risikoadaptierten Zielwerte und betont die Bedeutung einer frühzeitigen und konsequenten LDL-C-Senkung zur Prävention atherosklerotischer Ereignisse.4

Grafik ESC: Empfohlene LDL-C-Zielwerte für Patient:innen mit Diabetes mellitus

Die klinische Relevanz ist gut belegt: Eine LDL-C-Absenkung um 1 mmol/l reduziert das relative Risiko für schwere kardiovaskuläre Ereignisse um etwa 22 %.5 Doch trotz klarer Evidenz werden die empfohlenen LDL-C-Zielwerte im Praxisalltag häufig nicht erreicht: Beobachtungs- und Registerdaten zeigen, dass viele Patient:innen mit erhöhtem kardiovaskulärem Risiko weiterhin LDL-C-Spiegel oberhalb der Leitlinienempfehlungen aufweisen.6 Dadurch verbleiben Patient:innen unnötigerweise über längere Zeiträume mit einem vermeidbaren kardiovaskulären Risiko.

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Literatur:

  1. Deutsche Diabetes Gesellschaft e.V. Gesundheitsbericht Diabetes 2025.
  2. Marx N et al. Eur Heart J 2023; 44:4043–4140.
  3. Brandts J. Aktuelle Kardiologie 2024; 13(04):271–276.
  4. Mach F et al. Eur Heart J 2025; 46(42):4359–4378.
  5. Mihaylova B et al. Lancet Lond Engl 2012; 380:581-590.
  6. Ray KK et al. Eur J Prev Cardiol 2024; 31:1792–1803.

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